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Trainer Norbert Gregorz

Das war nichts für schwache Nerven. Den Handballern des ART Düsseldorf ist es am gestrigen Samstagabend tatsächlich gelungen, zwei ganz wichtige Zähler aus der ‚Festung Vogteihalle’ in Aldekerk zu entführen. Beim äußerst knappen, aber hoch verdienten 36:35 (19:16) Auswärtserfolg brannten die Düsseldorfer besonders offensiv über 60 Minuten ein Feuerwerk ab und zeigten, im Vergleich zur Vorwoche, ein völlig anderes Gesicht.

Die Schützlinge von Trainer Norbert Gregorz starteten hochkonzentriert in die Partie, von Beginn an war den Gästen deutlich anzumerken, dass sie sich Einiges für das schwere Auswärtsspiel vorgenommen hatten. Zwar konnten die Gastgeber die Begegnung anfangs noch ausgeglichen gestalten, doch Mitte der ersten Halbzeit setzte sich der ART allmählich ab. Über 7:5 und 13:10 konnten sich die Schwarz-Gelben bis zur Pause ein drei-Tore-Polster herausspielen. „Wir haben die Aldekerker 5:1-Deckung mit Übergängen immer wieder vor große Probleme gestellt. Das war in der Offensive eine ganz starke Leistung meiner Mannschaft“, stellt Gregorz Marijan Basic und Co. ein großes Kompliment aus.
Lediglich mit dem Abwehrverhalten seines Teams konnte sich Norbert Gregorz nur bedingt zufrieden zeigen. „Wir haben auf den Halbpositionen meist zu offensiv agiert, so sind recht große Lücken entstanden. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen und dann in den zweiten 30 Minuten auch besser umgesetzt“, sagt Gregorz.

Auch in Hälfte zwei zeigte sich der ART hellwach. Im Angriff spielte die Gregorz-Truppe weiter sehr stark auf, ließ den Ball schnell laufen und kam regelmäßig zu einfachen Toren. War das Spiel der Düsseldorfer in der Vorwoche noch von einer erschreckend hohen Fehlerquote geprägt, begeisterte man in Aldekerk mit hoher Zielstrebigkeit und tollem Zusammenspiel. Beim zwischenzeitlichen 29:24 nach gut 40 Minuten sah es kurzzeitig sogar nach einem deutlichen Erfolg aus, doch der TVA kämpfte sich zurück in die Partie. „Wir haben gegen Ende des Spiels viele Strafzeiten bekommen, dadurch haben wir es nicht geschafft, unseren Vorsprung zu verwalten“, begründet Gregorz die Tatsache, dass die Begegnung in der Schlussphase doch noch einmal mehr als spannend wurde.
Beim 34:34 kurz vor Schluss glichen die Hausherren aus und gingen wenig später sogar erstmalig in Führung. Doch wer mit einer Wende im Spiel rechnete, sah sich getäuscht. Das Team um Kapitän Patrick Ranftler hielt im Stile einer Spitzenmannschaft dagegen und konnte die Partie mit zwei Treffern wieder drehen. „Wir haben den Sieg am Ende mit vier Spielern über die Zeit gebracht, das war schon grandios“, freut sich Gregorz und ergänzt: „Es hat sehr viel Spaß gemacht der Mannschaft zuzugucken. Wir hatten immer die passende Antwort parat. Das war genau die richtige Reaktion auf das Spiel aus der Vorwoche.“

Mit 12:6-Punkten belegen die Düsseldorfer nach dem neunten Spieltag den sechsten Tabellenplatz und haben den Anschluss zur Spitzengruppe wiederhergestellt. Am kommenden Wochenende empfangen die ART-Handballer mit der Zweitvertretung von TuSEM Essen den aktuellen Tabellenführer. Das nächste Spitzenspiel für den ART.

Aufstellung und Torschützen des ART Düsseldorf im Spiel gegen den TV Aldekerk:
Jens Bothe, Khaled Masalma – Erik Hampel (2), Marijan Basic (8), Simon Wohlrabe (4), Steffen Brinkhues (1), Lars Lipperson, Tim Lipperson, Patrick Ranftler (3), Timo Heuft (6), Christian Mergner (6), Nico Mehlitz (5), Bastien Arnaud (1)

Text:Moritz Hebel (MoHe)